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Pu Erh ist einer dieser Tees, bei denen man erst einmal erklären muss, was da eigentlich in der Tasse passiert.
Denn während die Verarbeitung bei vielen anderen Tees irgendwann abgeschlossen ist, beginnt bei Pu Erh ein Teil der Geschichte erst danach.
Pu Erh wird fermentiert und kann reifen.
Dabei verändert er sich – und entwickelt diesen typisch tiefen, erdigen und oft erstaunlich weichen Geschmack, für den er bekannt ist.
Ein bisschen wie bei Wein oder Käse: Zeit und Mikroorganismen spielen eine wichtige Rolle.
Und genau das macht Pu Erh so spannend.
Seine Heimat liegt in China, vor allem in der südwestchinesischen Provinz Yunnan.
Seinen Namen hat der Tee von der Stadt Pu’er, die über Jahrhunderte ein wichtiger Handelsplatz für Tee war.
Traditionell wurde Tee für den Transport gepresst und über weite Strecken gehandelt. Während Lagerung und Transport veränderte er sich weiter.
Was früher ganz praktisch war, wurde irgendwann zu einem der spannendsten Kapitel der Teewelt.
Hier unterscheidet sich Pu Erh deutlich von einem klassischen Schwarztee.
Nach der eigentlichen Teeherstellung sorgen Feuchtigkeit, Mikroorganismen, Lagerung und Zeit dafür, dass sich der Tee weiterentwickelt.
Dabei verändern sich Farbe, Duft und Geschmack.
Das Ergebnis kann erdig und kräftig sein, aber auch weich, rund, holzig oder überraschend fein.
Und nein: Alt schmecken soll er deshalb nicht.
Guter Pu Erh hat Tiefe und Charakter – und genau danach suchen wir auch bei unserer Auswahl.
Wenn du dich etwas intensiver mit Pu Erh beschäftigst, wirst du ziemlich schnell über zwei Begriffe stolpern: Sheng und Shou.
Sheng Pu Erh reift auf natürliche Weise über Jahre und kann sich dabei geschmacklich immer weiter verändern.
Bei Shou Pu Erh wird dieser Reifungsprozess durch ein spezielles Fermentationsverfahren beschleunigt. Dadurch bekommt er vergleichsweise schnell seinen dunklen, weichen und erdigen Charakter.
Zwei Wege. Zwei ziemlich unterschiedliche Tassen.
Das hängt enorm von Herstellung, Alter und Lagerung ab.
Typisch können Noten von Erde, Holz, dunklem Kakao, Nüssen oder warmen Gewürzen sein. Manche Pu Erhs sind kräftig und markant, andere erstaunlich weich.
Wenn du bisher hauptsächlich Darjeeling, Assam oder Earl Grey kennst, wird Pu Erh wahrscheinlich erst einmal anders schmecken.
Genau das ist der Punkt.
Pu Erh verträgt heißes Wasser und lässt sich besonders gut mehrfach aufgießen.
Bei hochwertigen puren Pu-Erh-Tees lohnt es sich sogar, mit kürzeren, aufeinanderfolgenden Aufgüssen zu experimentieren. Dabei kann sich der Geschmack von Tasse zu Tasse verändern.
Bei unseren aromatisierten Varianten kann die optimale Zubereitung etwas anders aussehen.
Deshalb findest du die genaue Dosierung, Temperatur und Ziehzeit immer direkt beim jeweiligen Tee.
Natürlich könnten wir Pu Erh einfach irgendwo beim Schwarztee einsortieren.
Aber dafür ist er uns zu besonders.
Herstellung, Fermentation, Reifung und Geschmack unterscheiden sich so deutlich von klassischen Schwarztees, dass Pu Erh bei uns seinen eigenen Platz bekommt.
Wir starten mit einer kleinen Auswahl und werden sie nach und nach ergänzen.
Pu Erh ist vielleicht nicht der Tee, mit dem jeder anfängt.
Aber ziemlich oft einer, bei dem man irgendwann hängenbleibt.