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Indien in eine Tasse zu bekommen, dürfte schwierig werden.
Im Nordosten wachsen kräftige Assamtees. An den Hängen des Himalaya entstehen die feinen Tees aus Darjeeling. In anderen Regionen wiederum sehen Klima, Höhenlage und Teekultur völlig anders aus.
Und dann ist da noch Chai, der Tee in Indien aus der feinen Porzellantasse heraus und mitten ins tägliche Leben bringt.
Indischer Tee hat nicht den einen Geschmack. Zum Glück.
Ganz im Norden Westbengalens, am Fuß des Himalaya, liegt eines der berühmtesten Teeanbaugebiete der Welt.
Darjeeling.
Die Teegärten liegen teilweise in beträchtlicher Höhe. Kühleres Klima und langsameres Wachstum prägen den Charakter der Tees.
Besonders spannend ist, wie sehr sich Darjeeling im Laufe eines Jahres verändert.
Ein First Flush aus dem Frühjahr schmeckt völlig anders als ein später geernteter Second Flush.
Darüber erzählen wir auf unserer Darjeeling-Seite gleich noch ausführlicher.
Hier reicht erst einmal:
Darjeeling ist der ziemlich gute Beweis dafür, dass Schwarztee nicht automatisch kräftig und dunkel schmecken muss.
Assam liegt im Nordosten Indiens rund um das Tal des Brahmaputra.
Warm. Feucht. Üppig.
Und ziemlich gute Bedingungen für Tee.
Viele Assamtees bringen einen kräftigen, vollmundigen und malzigen Charakter mit. Genau deshalb sind sie beliebte Frühstückstees und eine klassische Basis für kräftige Teemischungen.
Wenn du morgens gerne einen Tee trinkst, der nicht erst höflich anklopft:
Assam wäre eine ziemlich gute Richtung.
Bei indischem Schwarztee begegnen dir häufig zwei sehr unterschiedliche Verarbeitungsarten.
Bei klassischen Blatttees bleiben größere Teile des Teeblatts erhalten.
Beim sogenannten CTC-Verfahren – Crush, Tear, Curl – werden die Blätter dagegen zerkleinert, zerrissen und gerollt. Es entstehen kleine, gleichmäßige Partikel, die schnell einen kräftigen Aufguss ergeben.
Das ist kein Qualitätsurteil, sondern zunächst eine Frage des gewünschten Teestils.
Ein feiner Darjeeling-Blatttee soll etwas völlig anderes leisten als ein kräftiger Assam für Milch.
Andere Tasse. Andere Aufgabe.
In Indien bedeutet Chai zunächst einmal Tee.
Was wir hier meist als Chai bezeichnen, ist Masala Chai: Tee mit Gewürzen, häufig Milch und je nach Zubereitung ordentlich Süße.
Und damit wird Tee plötzlich weniger zum Produkt und mehr zum Alltag.
Unterwegs. Auf Märkten. Am Straßenrand. Bei der Arbeit. Zu Hause.
Die Gewürzmischungen und Zubereitungen unterscheiden sich dabei von Region zu Region.
Für alles Weitere haben wir deshalb unsere eigene Kategorie Chai & Gewürztee.
Gerade kräftige indische Schwarztees vertragen Milch hervorragend.
Ein vollmundiger Assam verschwindet nicht sofort, sobald ein Schuss Milch in die Tasse kommt.
Bei einem feinen Darjeeling würde ich dagegen erst einmal pur probieren.
Und genau daran sieht man wieder, warum „indischer Schwarztee“ als Geschmacksbeschreibung wenig hilft.
Die Herkunft ist dieselbe. Die Tassen könnten kaum unterschiedlicher sein.
Ein zarter First Flush und ein kräftiger Assam sollten nicht automatisch mit derselben Temperatur und Ziehzeit behandelt werden.
Deshalb findest du die genaue Zubereitung direkt beim jeweiligen Tee.
Gerade bei feineren Darjeelings lohnt sich etwas Aufmerksamkeit. Bei kräftigeren Assamtees darf es wiederum ganz anders zugehen.
Und falls Milch in deine Tasse soll:
Bereite den Tee ruhig so zu, dass er ihr geschmacklich etwas entgegenzusetzen hat.
Du musst dir keine indischen Anbaukarten merken.
Für den Anfang reicht dein Geschmack.
Fein, floral und leichter? Oder kräftig, dunkel und malzig?
Schon mit dieser Entscheidung kommen wir ziemlich weit.
Und wenn du anschließend wissen möchtest, aus welchem Garten dein Tee stammt, wann er geerntet wurde und warum gerade diese Ernte anders schmeckt als die vorherige:
Dann wird es richtig interessant.
Indien ist groß. Fang mit einer Tasse an.
Dear tea lovers,