Beim Lapsang Souchong gibt es wenig Raum für Missverständnisse. Du öffnest die Tüte und weißt sofort: Hier war Rauch im Spiel.
Kräftig, würzig, dunkel, rauchig – mit Noten, die an Lagerfeuer, Holz und ein bisschen Whisky-Bar erinnern können. Kein Tee für jeden. Aber einer, den du garantiert nicht mit einem anderen verwechselst.
Entweder ihr werdet Freunde. Oder eben nicht. Dazwischen passiert bei Lapsang erstaunlich wenig.
Lapsang Souchong stammt ursprünglich aus den Wuyi-Bergen in der chinesischen Provinz Fujian, einer der berühmtesten Teeregionen Chinas.
Vor allem die Gegend um Tong Mu gilt als Heimat dieses Teestils. Dort wird seit Jahrhunderten Schwarztee hergestellt – und Lapsang Souchong gehört zu den ältesten bekannten Schwarztees überhaupt.
Eine der Geschichten zu seiner Entstehung ist ziemlich pragmatisch: Als die Teeproduktion während kriegerischer Unruhen ins Stocken geriet, musste eine bereits geerntete Partie möglichst schnell getrocknet werden.
Also nahm man Feuer.
Der Tee war anschließend rauchig. Sehr rauchig.
Und aus einer Notlösung wurde ein Klassiker.
Traditionell werden die Teeblätter über Kiefernholzfeuern getrocknet bzw. geräuchert. Dabei nimmt das Blatt seinen charakteristischen Duft und Geschmack an.
Das Ergebnis kann an Holzfeuer, Harz und Rauch erinnern.
Und nein: Das ist kein zugesetztes Raucharoma. Der Geschmack entsteht durch die Verarbeitung des Tees.
Rauchig. Würzig. Holzig. Kräftig. Markant.
Unter dem Rauch steckt Schwarztee – mit einer gewissen natürlichen Süße und Tiefe. Aber machen wir uns nichts vor:
Du kaufst Lapsang Souchong nicht, weil du einen dezenten Tee suchst.
Gerade diese Eigenständigkeit hat ihm über Jahrhunderte eine ziemlich treue Fangemeinde beschert.
Wenn dir unser Sibirischer Karawanentee gefallen hat und du bei seiner leichten Rauchnote dachtest: Da geht noch was– dann kommt jetzt Lapsang.
Sibirischer Karawanentee: würziger Schwarztee mit Rauch im Hintergrund.
Lapsang Souchong: Der Rauch hat den Schlüssel zur Wohnung.
Deshalb ist der Karawanentee unser Tipp zum Einsteigen. Lapsang ist für diejenigen, die schon wissen, dass sie genau diese Richtung mögen.
Durchaus einen Versuch wert.
Wer rauchige, torfige Whiskys mag, erkennt beim Lapsang Souchong einige vertraute Aromen wieder: Holz, Rauch, Wärme und diese dunkle, herbe Aromatik.
Natürlich schmeckt Tee nicht nach Whisky. Aber wenn dein Lieblingsdrink aus Islay kommt, stehen die Chancen nicht schlecht, dass du mit diesem Tee etwas anfangen kannst.
Pur schmeckst du natürlich am deutlichsten, wofür Lapsang Souchong berühmt ist.
Aber mit Milch ist er für uns mindestens genauso spannend. Sie nimmt dem Rauch nichts von seinem Charakter, macht die Tasse aber weicher und cremiger. Gerade diese Kombination aus kräftigem Schwarztee, Rauch und Milchfunktioniert erstaunlich gut.
Wenn du normalerweise Schwarztee mit Milch trinkst: Bitte lass dich beim Lapsang nicht davon abhalten. Wir lieben ihn genau so.
Und noch ein Tipp: Lapsang funktioniert nicht nur in der Tasse. Sein Rauchcharakter macht ihn auch in der Küche spannend – etwa zum Aromatisieren von Saucen, Marinaden oder vegetarischen Gerichten, denen etwas rauchige Tiefe fehlt.
🥄 Dosierung: 4 Teelöffel pro Liter
🌡️ Wassertemperatur: 100 °C
⏱️ Ziehzeit: 3 Minuten
Lapsang Souchong – Lagerfeuer. Ohne Lagerfeuer. Und bei uns gerne mit Milch.
rauchig, aromatisch
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| 100°C | 1 Teelöffel/250ml | 3-5 Min |